Pflegeversicherung

Hintergrundinformation

Die Pflegeversicherung wurde im Jahre 1995 als weitere Säule des gesetzlichen Sozialversicherungssystems eingeführt und dient der finanziellen Unterstützung pflegebedürftiger Personen. Die Leistungen der Pflegeversicherung werden als Pflegegeld (bei Pflege durch Familienangehörige) oder in Form der Kostenübernahme (bei ambulanter oder stationärer Pflege) erbracht. Die Höhe der individuellen Leistung ist abhängig von der Pflegestufe. Derzeit gibt es drei Pflegestufen. Im Sozialgesetzbuch XI ist genau geregelt, welche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sein müssen, um Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung beantragen zu können. Ziel der Pflegeversicherung ist es, die Finanzierung der Pflegemaßnahmen teilweise sicherzustellen. Da in den letzten Jahren die Kosten im Bereich der Pflege jedoch sehr stark angestiegen sind, reichen die aus der Pflegeversicherung zur Verfügung gestellten Mittel bei weitem nicht mehr aus, um eine ausreichende Versorgung des Pflegebedürftigen sicher zu stellen. Mit einer privaten Pflegezusatzversicherung kann man diese Versorgungslücke schließen. Mit der Pflegereform 2008 hat das Bundesgesundheitsministerium reagiert und das im Jahre 1995 eingeführte Gesetz angepasst. Seit 2013 ist nun das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) in Kraft. Mit dem PNG werden insbesondere die Leistungen für Personen mit einer Demenzerkrankung erhöht und erstmals die Förderung einer privaten Pflegevorsorge (Pflege-Bahr) eingeführt!

Pflegegeld, Sachleistungen und weiter Zuschüße

Daneben können pflegebedürftige Menschen und ihre Familie auch Zuschüsse bekommen, wenn sie die Wohnung behindertengerecht umbauen müssen. Die Pflegekasse zahlt auch eine Ersatz­kraft, wenn die pflegenden Angehörigen krank­heits­bedingt ausfallen oder in Urlaub fahren. Über all diese Leistungen müssen die Pflegekassen ihre Versicherten beraten. Unterstüt­zung und Information bieten in einigen Regionen auch die Pfle­gestütz­punkte oder die Patientenberatungs­stellen.

Pflegestufe je nach Umfang der nötigen Hilfe

Ob gesetzlich oder privat versichert – die Pflege­versicherung ist für alle Pflicht, und ihre Leistungen sind gesetzlich fest­gelegt. Im Pflegefall stellt der Versicherte einen Antrag und erhält Besuch von einem Gutachter. Dieser beur­teilt in welchem Umfang jemand auf Hilfe angewiesen ist. Danach richtet sich die die Pfle­gestufe. Es gibt drei Pfle­gestufen: Pfle­gestufe I für erheblich Pflegebedürftige, Stufe II für schwer Pflegebedürftige und Stufe III für Schwerst­pflegebedürftige. Schon für die Pfle­gestufe I muss jemand für mindestens 90 Minuten am Tag auf fremde Hilfe angewiesen sein. Wer nur Hilfe im Haushalt braucht, gilt nicht als pflegebedürftig, mindestens 45 Minuten täglich müssen auf die so genannte Grund­pflege entfallen, das heißt zum Beispiel Hilfe beim Aufstehen und Zubett­gehen, bei der Körper­pflege oder beim Essen.

Extra­leistungen für Menschen mit Demenz

Immer mehr Menschen erkranken an Alzheimer oder anderen Formen der Demenz. Körperlich sind sie oft noch rüstig, so dass sie nach dem klassischen Pflegebedürftig­keits­begriff keinen Anspruch auf eine Pfle­gestufe haben. Immerhin gibt es auch für Menschen mit der so genannten „Pfle­gestufe 0“ einen kleinen monatlichen Zuschuss. Davon können die Angehörigen eine Betreuung für einen oder zwei Nach­mittage organisieren, entweder zu Hause oder in einer Einrichtung der Tages­pflege.